Digital Nomad auf Siargao – Surfen, Arbeiten & warum wir nicht geblieben sind
Wir lieben Siargao – doch zum Auswandern war es für uns nicht der richtige Ort. Ob sich die Insel für Digital Nomads eignet und warum sie trotzdem besonders ist, liest du hier.

Siargao. Der Name allein weckt in mir sofort Bilder von Meersalz auf der Haut, tropischen Regenschauern, perfekten Wellen und einem Lebensgefühl voller Freiheit. Für viele digitale Nomaden und Surfer ist die kleine philippinische Insel ein absoluter Sehnsuchtsort – und ja, auch für uns war sie Liebe auf den ersten Blick.
Wir haben uns auf Siargao sofort wohlgefühlt und ein Leben als Digital Nomad auf Siargao ist durchaus möglich. Trotzdem haben wir uns bewusst dagegen entschieden, dauerhaft dort zu leben. Warum wir diesen Schritt nicht gegangen sind, obwohl wir die Insel lieben – das erzähle ich dir in diesem Artikel. Offen, ehrlich und mit ganz viel Herz für diesen Ort.
Auf der Suche nach unserem Happy Place
Nachdem wir unsere Jobs in Deutschland gekündigt haben und losgezogen sind, war das Ganze nie nie als klassisches “Work & Travel”-Abenteuer gedacht. Wir sind mit einem klaren Ziel gestartet: einen Ort zu finden, an dem wir bleiben wollen – nicht nur für eine Saison, sondern auf lange Sicht.
Wir sind beide über 30, arbeiten aktuell ortsunabhängig und träumen davon, ein eigenes Herzensprojekt aufzubauen, ein kleines Business, das zu uns passt und mit dem wir verwurzeln können.
Dafür braucht es mehr als nur einen Surfstrand, gutes WLAN und eine coole Community – der Ort muss ganzjährig Lebensqualität bieten und das Potenzial haben, ein echtes Zuhause zu werden.
Bis wir diesen Ort gefunden und unser Projekt aufgebaut haben, bleiben wir mit einem Fuß im Digital Nomad Life – aber mit dem Blick auf langfristige Perspektiven. Ein Zwischenzustand also mit dem Wunsch, irgendwo wirklich anzukommen.
Warum Siargao so besonders ist
Siargao ist nicht nur der Surfspot der Philippinen. Es ist ein Ort mit Seele. Palmen soweit das Auge reicht, Scooter auf sandigen Wegen, Sonnenuntergänge über dem Ozean. Und natürlich: Cloud 9, der legendäre Surfspot, der Siargao weltbekannt gemacht hat.
Die Insel bietet ganzjährig Wellen, aber je nach Saison variiert die Qualität deutlich. Wann sich ein Trip wirklich lohnt und welche Spots sich auch für Surf Beginner eignen, erfährst du in meinem ausführlichen Surf Guide zu Siargao.
Aber die Insel ist mehr als nur Wellen. Es ist die Community, die sie lebendig macht: Locals, Expats und reisende Kreative schaffen eine Atmosphäre, in der man sich schnell zu Hause fühlt. Die meisten Digital Nomads und Surfer wohnen in General Luna – zentral, lebendig und mit guter Infrastruktur.
→ Unterkunftsempfehlungen findest du in im Travel Guide Siargao.
Hier triffst du auf Freelancer aus aller Welt – Kreative, Yoga Teacher, Coaches, Entwickler, etc., – viele mit Laptop unter dem Arm und Salzwasser im Haar. Überall Cafés, vegane Bowls, abendliche Live-Musik und jede Menge Raum für Austausch und Begegnung.
→ Meine Lieblingscafés für Surfer findest du übrigens hier.
Arbeiten als Digital Nomad auf Siargao: Gut Möglich – aber mit Grenzen
Ist Siargao für Digital Nomads geeignet? Kurz gesagt: Ja – aber mit ein paar Einschränkungen, die du kennen solltest.
Die gute Nachricht zuerst: Die digitale Infrastruktur hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Mittlerweile gibt es solide Co-Working-Spaces mit zuverlässigem Internet und auch viele Cafés und Unterkünfte bieten eine gute Basis fürs ortsunabhängige Arbeiten.
Der Place to be für Remote Worker ist definitiv Coco Space Coworking in General Luna. Dort findest du stabiles Starlink-Internet, ruhige Arbeitsplätze, Klimaanlage und vor allem: Notstrom-Batterien, wenn der Strom mal wieder ausfällt (was auf einer tropischen Insel wie Siargao durchaus vorkommen kann).
Viele Cafés haben ebenfalls Starlink oder eigene Backup-Systeme, aber die Qualität schwankt. Wenn du regelmäßig Zoom-Calls hast oder auf zuverlässige Verbindung angewiesen bist, lohnt sich ein Coworking-Abo oder die gezielte Auswahl deiner Unterkunft.
→ Nicht vergessen: Wenn du öffentliches WLAN versuche deine Daten so gut es geht durch ein VPN zu schützen (ich empfehle NordVPN)
Für gelegentliches Arbeiten oder kreative Sessions mit Meerblick sind viele Orte traumhaft. Für strukturierte 40-Stunden-Wochen hingegen kann Siargao auf Dauer herausfordernd sein.
Leben auf Siargao: Alltag, Isolation & Inselrealität für Digital Nomads
Wir haben es ausprobiert: Morgens surfen, dann ein paar Stunden arbeiten, einen leckeres Lunch im hippen Café und zum Sonnenuntergang wieder ins Wasser oder ins Gym. Es fühlt sich an wie ein endloser Sommer – für eine Weile.
Aber irgendwann stellt sich auch die Frage: Und was, wenn es mal keine Wellen gibt?
Das Inselleben auf Siargao ist wunderschön, aber eben auch abgeschieden und begrenzt, was Aktivitäten, medizinische Versorgung und Alltag angeht. Für ein paar Wochen ist das wunderbar entschleunigend, aber auf Dauer kann es sich auch isolierend anfühlen.
Wir sind beide sportlich aktiv und lieben Abwechslung im Alltag: neben dem surfen, auch mal trainieren, Yoga oder mal einen Ausflug machen. Grundsätzlich wissen wir es natürlich sehr zu schätzen, den Alltag so nah an der Natur zu verbringen – mit Wellen, Strand und Ruhe. Aber die Abgeschiedenheit kann einem auch Angst machen: Plötzlich hat man die gesamte Insel bereits erkundet und man muss in ein Flugzeug steigen, um mal etwas Neues zu unternehmen, was wiederum in der Regenzeit auch nicht immer zuverlässig funktioniert.
→ Lesetipp: What To Do auf Siargao? 12 unvergessliche Aktivitäten für deine Reise
Realität auf der Insel: medizinisch abgeschnitten
Was für uns jedoch noch entscheidender war: die medizinische Versorgung. Man ist auf Siargao schlichtweg auf einer Insel festgesetzt und selbst kleinere Zwischenfälle können schnell aufwendig werden.
Gerade als Surfer weiß man, wie schnell eine Verletzung, Infektion oder ein Unfall passieren kann. Eine gute ärztliche Versorgung in erreichbarer Nähe ist für uns ein Muss, besonders wenn man darüber nachdenkt, sich dort langfristig niederzulassen und eine Familie zu gründen.
Der Weg nach Manila ist mit Glück ein Tagesprojekt – der nach Deutschland für Dinge wie Vorsorge, Zahnmedizin oder komplexere Diagnostik ist nochmal eine ganz andere Nummer.
→ Alles zur Anreise und Logistik findest du auch in meinem Travel Guide zu Siargao.
Vor- und Nachteile als Digital Nomad auf Siargao
Hier teile ich mit dir ganz offen die Stärken und Schwächen, die wir beim Leben und Arbeiten auf Siargao erlebt haben – natürlich aus unserer persönlichen Perspektive. Was für uns funktioniert hat, muss natürlich nicht automatisch für dich gelten, aber vielleicht hilft dir die Übersicht dabei, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, ob Siargao wirklich zu dir als Digital Nomad oder zu deinem Lifestyle passt.
Pros
- Traumhafte Wellen, um den Tag perfekt zu starten
- Leben im Einklang mit der Natur – perfekte Work-Surf-Balance
- Viele Cafés mit gutem Essen, Smoothies und angenehmem Vibe zum Arbeiten
- Einige arbeitsfreundliche Cafés & Unterkünfte in General Luna
- Bereits jetzt eine große, wachsende Digital-Nomad-Community
- Wundervoller Vibe auf der Insel: aufgeschlossene Locals & entspannte Besucher:innen
- Günstige Lebenshaltungskosten im Vergleich zu anderen Surfdestinationen
- Gute Möglichkeiten, ein eigenes Business oder Retreat-Projekt zu starten
- ganzjährig tropisch warm
Cons
- Nur begrenzte Auswahl an Orten, die sich wirklich zum Arbeiten eignen
- Internetverbindung ist nicht überall stabil, besonders bei Regen oder Taifun
- Stromausfälle sind keine Seltenheit – Powerbank & Notrom-Batterie sind Pflicht
- Technik & Infrastruktur: Ersatzteile, Bankthemen oder neue Laptops = kompliziert
- Visum & Aufenthalt: Dauerhafter Aufenthalt erfordert Organisation & Recherche
- Klima & Isolation: tropische Regenzeit ist nicht für jedermann, teils monatelange Taifunsaison
- Medizinische Versorgung & westliche Produkte: schwer erreichbar, oft teuer oder gar nicht vorhanden.

Warum wir Siargao lieben – aber trotzdem nicht dort geblieben sind
Ich sage es ganz ehrlich: Siargao hat unser Surferherz tief berührt. Die Energie im Line-up, das Lächeln der Locals, der goldene Sonnenuntergang nach einer guten Session – das alles fühlt sich magisch an. Und das ist es auch.
Aber: Langfristig war es für uns nicht das richtige Zuhause.
Was uns gefehlt hat:
- Eine stabile, langfristige Arbeitsstruktur
- Zuverlässige medizinische Versorgung & Zugang zu westlichen Produkten
- Sportliche Vielfalt über das Surfen hinaus
- Ausgeglichene Surfbedingungen über das ganze Jahr
- Ein Umfeld, das sich auch für Familiengründung (inklusive Haustiere) eignet
- Und ganz klar: die Verbindung zur Welt da draußen
Nachdem wir aus Deutschland aufgebrochen sind, haben wir oft vereinfacht gesagt: Ach hauptsache gute Wellen, viel Sonne und nette Menschen.
Aber nachdem man in einigen Surforten gelebt hat, haben wir gemerkt, dass wir langfristig etwas mehr brauchen und für das ganz einfach Leben vielleicht einfach nicht gemacht sind.
Obwohl Surfen ein zentraler Bestandteil meines Alltags ist, habe ich auf lange Sicht gemerkt, dass ich nicht auf bestimmte Dinge verzichten möchte, die für meine persönliche Lebensqualität wichtig sind. Dazu gehört zum Beispiel jederzeit Zugang zu guten Ärzten zu haben, meine gewohnten Beauty-Routinen beizubehalten, ab und zu etwas Westliches zu kochen oder einfach durch schöne Mode-Boutiquen zu schlendern – all das hat mir mit der Zeit doch gefehlt.
Wir wollten nicht einfach nur irgendwo am Strand leben. Unser Ziel war es, einen Ort zu finden, an dem wir etwas Eigenes aufbauen können – mit Raum für echte Community, kreative Weiterentwicklung und ein Zuhause für eine mögliche Familie.
Ein Ort, an dem wir auf Menschen treffen, die ähnliche Werte und langfristige Pläne teilen. Auf Siargao haben wir jedoch gemerkt: Die Community ist wundervoll, aber insgesamt doch sehr jung und eher temporär geprägt.
Ein Ort, der inspirierend ist, aber auch Zugang zu guten Ärzten, gesunden, abwechslungsreichen Lebensmitteln, Bildung und Infrastruktur bietet.
Aber Ich sag’s mal so: Wären wir fünf Jahre jünger und hätten andere Prioritäten im Leben gehabt – wir wären wahrscheinlich ein paar Jahre geblieben.
Fazit: Siargao ist ein Traum – aber nicht für jede Lebensphase
Für ein paar Wochen oder Monate ist Siargao ein magischer Ort für Digital Nomads mit Surfboards und wir können es gar nicht erwarten wiederzukommen.
Aber für uns war es genau das: ein wunderschöner Zwischenstopp, der unser Herz berührt hat, aber nicht das langfristige Zuhause, nach dem wir suchen.
Siargao bleibt eine unserer liebsten Urlaubsdestinationen, ein Ort zum Durchatmen, Genießen, Surfen und Verbinden. Aber wenn es darum geht, ein Business aufzubauen, sich wirklich niederzulassen oder sogar eine Familie zu gründen, braucht es mehr Struktur, mehr Vielfalt und mehr Zugang zu verlässlicher Infrastruktur.
Es ist natürlich absolute Typsache, ob Siargao der passende Ort für dich zum Auswandern ist.
Wenn du flexibel bist, einfach leben willst, Natur liebst und den Surf-Lifestyle voll auskosten möchtest – go for it! Bis du hingegen wie wir auf der Suche nach einem Ort mit Langzeitpotenzial, gesundheitlicher Absicherung und persönlicher Entwicklungsperspektive bist, dann gibt es noch andere Dinge zu beachten und Siargao ist vielleicht eher ein wunderschöner Zwischenhafen als das finale Ziel.
Dieser Artikel handelte von Siargao als Ziel für Digital Nomads und Auswanderer
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